Knochen

Das Knochengerüst eines Pferdes ist auf Flucht inklusive Blitzstart und das Zurücklegen großer Distanzen ausgelegt. Eine Besonderheit der Pferde, die man gar nicht oft genug erwähnen kann, ist es, daß sie nur auf einer, der mittleren Zehe laufen. Die Andere, daß sie ihre Gelenke „sperren“ beziehungsweise „verschließen“ können. Die Knochen und Bänder ihrer Ellbogen und Kniegelenke sind so speziell angeordnet, daß sie die Gelenkknochen so ineinanderfügen können, daß sie auch beim Schlafen nicht umfallen. Es kann in so einer Position absolut sicher stehen, selbst wenn es dabei eines der Hinterbeine entspannt.
Man zählt beim Skelett des Pferdes ca. 250 Knochen, von denen sich viele in der starken Wirbelsäule befinden, die im Durchschnitt eine halbe Tonne, also 500 Kilogramm Gewicht, inklusive zeitweilig das des Reiters tragen muß.
Ein Pferd ist erst im Alter von 5 bis 6 Jahren vollständig ausgewachsen, weshalb vermieden werden sollte, es zu früh einzureiten oder vorzeitig schwer zu belasten. Denn einmal verformte Knochen oder ein anderweitig geschädigtes Knochengerüst ist nur sehr schwer bis gar nicht wieder zu beheben.
Das Skelett eines Pferdes wird in drei Teile unterteilt; nämlich in Kopf, Rumpf und Gliedmaßen.

Der Schädel eines Pferdes setzt sich aus verschiedenen Platten zusammen, die durch gezackte Knochennähte miteinander verzahnt sind und so dem Schädel ein Dehnungswachstum ermöglichen.
Insgesamt kann man bei einem Pferdeschädel 37 einzelne Knochen zählen.
Der Gesichtsschädel mit dem Oberkiefer sitzt auf dem Unterkiefer. Beide Teile sind durch das Kiefergelenk verbunden. Zwischen den seitlichen Backenzähnen und den Schneidezähnen vorne besteht von Natur aus eine große Lücke, die praktischer Weise viel Platz für die Trense läßt.

Je nach Pferderasse erkennt man bei der Kopfform den ein oder anderen Unterschied; welcher am extremsten ist, vergleicht man einen „Rammskopf“ mit einem „Hechtkopf“. Aber eines haben alle Pferdeschädel gemeinsam: sie sind länglich.

Der Rumpf setzt sich aus Wirbelsäule, Rippen und Brustbein zusammen. Vom Hinterkopf bis zur Schweifrübe verläuft die Wirbelsäule, die die Verbindung zwischen Vorder- und Hinterbeinen herstellt und außerdem das Gewicht der inneren Organe trägt. Durch den Hohlraum der aneinander gereihten Wirbelknochen verläuft das Rückenmark, der Hauptnervenstrang. Man unterscheidet bei der Wirbelsäule zwischen sieben Halswirbeln, achtzehn Brustwirbeln, fünf bis sechs Lendenwirbeln, fünf Kreuzwirbeln sowie achtzehn bis einundzwanzig Schwanzwirbeln.

Die Wirbelsäule trägt außerdem den Brustkorb, der sich zu beiden Seiten aus jeweils achtzehn gebogenen Rippen zusammensetzt. Die ersten acht vorderen Rippen bezeichnet man als „Tragrippen“ und sind durch Knorpelfortsätze direkt mit dem Brustbein verbunden. Die zehn hinteren Rippenpaare sind die Atmungsrippen. Sie werden auch als „falsche Rippen“ bezeichnet. Sie bilden den elastischen Rippenbogen und schließen sich am Ende des Brustbeins an.

Das Skelett der Gliedmaßen unterscheidet man nach Vorder- und Hintergliedmaße. Die vorderen Gliedmaße sind in etwa mit denen des Menschen vergleichbar. Es setzt sich aus Schulterblatt, Oberarmbein, Unterarmbein, Vorderfußwurzelgelenk, Röhrbein, Fesselbein, Kronbein und Hufbein zusammen. Der Unterschied zum Menschen besteht darin, daß das Schulterblatt und das Oberarmbein beim Pferd nicht gelenkig mit dem Brustkorb verbunden sind, weshalb es ohne Schlüsselbein auskommt. Das Pferd ist ein „Geradeausläufer“. Die Streckbewegungen der Beine beschränken sich auf vor und zurück. Seitliche Bewegungen sind stark begrenzt. Es kann seine Beine also nicht seitlich verdrehen, da Elle und Speiche fest miteinander verwachsen sind. Eine Drehbewegung, wie der Mensch sie z.B. mit dem Handgelenk ausführen kann, ist dem Pferd nicht möglich.
Das Vorderfußwurzelgelenk, daß fälschlicher Weise gerne mal für das Knie des Pferdes gehalten wird, ist vergleichbar mit dem menschlichen Handwurzelgelenk. Es besteht aus vielen kleinen Knöchelchen, die miteinander zusammenarbeiten.

Die Vorderbeine des Pferdes sind lediglich durch Muskeln mit dem Rumpf verbunden. Die Beschaffenheit des Schulterblattes (Länge und Schrägheit) bestimmt die Beweglichkeit, die Schrittlänge und die Elastizität der Vorderbeine. Die unteren Teile des Vorderbeines sind durch Gelenke miteinander verbunden und werden durch straff gespannte Bänder in ihrer Beweglichkeit begrenzt. So kann das Pferd seine Beine zwar beugen und strecken aber nur minimal drehen.
Ponys unterscheiden sich in der Beschaffenheit ihrer Vorderfußknochen von den Großpferden in so weit ,daß sie an dieser Stelle, robuste Flachknochen besitzen, mit denen sie größeren Belastungen stand halten können, während diese Knochen bei Großpferden aus fragileren Röhrenknochen bestehen.

Die hinteren Gliedmaßen des Pferdes bestehen aus dem starren Becken, das fest mit dem Kreuzbein verwachsen ist, dem Oberschenkelbein mit der Kniescheibe, dem Unterschenkelbein, welches sich aus Schien- und Wadenbein zusammensetzt, dem Sprunggelenk und der Zehenglieder. Diese enden im Huf, der dem Zehennagel des Menschen entspricht.
Die Besonderheit der Hinterbeine ist eine bewegliche Kniescheibe, die durch das Kniescheibenband in eine Ausbuchtung eingehakt werden kann. Auf diese Weise ist das Pferd in der Lage das Kniegelenk festzustellen ohne dabei Energie zu verbrauchen. So kann es im Stehen dösen oder sogar schlafen ohne dabei umzufallen.