Gehirn

Nur weil das Pferd einen ziemlich großen Kopf hat, gilt das nicht auch automatisch für sein Gehirn. Das Gehirn eines Pferdes ist mit 400 bis 700 Gramm im Vergleich zu dem eines Menschen viel kleiner, aber trotzdem ein sehr komplexes Organ, das sich aus vielen Teilen zusammensetzt, die alle unterschiedliche Funktionen haben.
Das Pferdegehirn hat in etwa die Form der Schädelhöhle, in die es eingebettet ist. Drei Membranen, die Hirnhäute, separieren den Schädelknochen, der das empfindliche Nervengewebe des Gehirns vor der Umwelt schützt, vom Gehirn. Einen zusätzlichen Schutz bietet eine klare, farblose Flüssigkeit, die sich zwischen den beiden inneren Hirnhäuten befindet und für das Gehirn eine chemisch stabile Umgebung schafft.
Wie das Gehirn aller Säugetiere unterteilt sich auch das Pferdegehirn anatomisch in drei Abschnitte: das Vorderhirn, das Mittelhirn und das Hinterhirn.
Das Hinterhirn bildet den Hirnstamm, durch den alle Nervenstränge laufen und die Signale aus dem Rückenmark weiter leiten. Ein weiterer Bestandteil des Hirnstammes ist das Kleinhirn, eine kugelförmige Struktur an der Hirnrückseite. Das Kleinhirn dient der Koordination, hilft beim Lernen von Bewegungen und steuert Körperhaltung und Gleichgewicht.
Im unteren Teil des Gehirns, befindet sich das Mittelhirn. Hier befinden sich die neutralen Zentren für Seh- und Hörreflexe. Das Mittelhirn führt direkt zum Zwischenhirn, das sich aus Hirnanhangdrüse, Zirbeldrüse, Hypothalamus und Thalamus zusammensetzt.
Im Vorderhirn ist das limbische System zuständig für das Geruchsempfinden, das Lernen, für Gefühle und zusammen mit dem Hypothalamus regelt es den Ausdruck von Angst, Wut oder Sexualverhalten. Der Hauptteil des Pferdehirns, das Cerebrum, befindet sich ebenfalls im Vorderhirn. Es besteht aus einer linken und rechten Hälfte, die durch Nervenfaserbündel miteinander verbunden sind.
Die Außenschicht, die graue, gefaltete Gehirnrinde ist recht dünn. Durch die starke Faltung stellt sie fast die Hälfte des Cerebrum-Volumens. Neuronen in einem Abschnitt dieser Gehirnrinde sind für die Motorik und die Bewegung individueller Muskelgruppen zuständig.
Dann gibt es da noch den Riechkolben, der sich am Vorderhirn befindet und an dem die Riechnerven enden, die von der Schleimhaut der Nase bis in die Schädelhöhle reichen. Dieser Teil des Gehirns ist auch für das Schmecken zuständig.