Zähne

Gewährt einem ein Pferd einen Blick auf seine Zähne, leuchten einem zwölf ziemlich große Schneidezähne entgegen und obwohl sie alle ziemlich gleich aussehen, haben sie doch unterschiedliche Namen.
Die zwei mittleren Schneidezähne oben und unten werden als „Zange“ bezeichnet, daneben links und rechts sitzen die „Mittelzähne“, gefolgt von den „Eckzähnen“ die aber nicht wie bei uns Menschen eckig sind, sondern genauso aussehen, wie ihre Nachbarn daneben. Mag sein, daß man sie Eckzähne nennt, weil sie an den Ecken sitzen, bevor im Kiefer der sogenannte „Laden“ folgt.
Als Laden bezeichnet man den großen, zahnlosen Freiraum im Kiefer, bevor es mit den Backenzähnen weiter geht. Von denen hat ein Pferd auf jeder Seite des Ober- und Unterkiefers sechs Stück, mit denen es sein Futter zermahlt. Die Backenzähne sind mit jeweils zwei Wurzeln im Kiefer verankert, während die Schneidezähne nur einen haben.
Das ausgewachsene Pferdegebiss beherbergt demnach 36 Zähne in seinem Kiefer. Allerding gibt es bei männlichen Pferden eine Besonderheit: sie kommen mit zusätzlichen vier Zähnen auf die Welt, den Hakenzähnen. Sie ähneln raubtierartigen Reißzähnen und befinden sich oben und unten auf jeder Seite vorne im Gebiss neben den Schneidezähnen. Stuten werden zwar auch mit diesen Hakenzähnen geboren, aber bei ihnen fallen sie beim Zahnwechsel dauerhaft aus.
Bei manchen Pferden kann man noch einen zusätzlichen Zahn entdecken, den sogenannten Wolfszahn. Er sitzt vor dem ersten Backenzahn im Oberkiefer und hat die Form eines kleinen Stiftes. Dieser Wolfszahn ist unbedeutend, erfüllt keine Funktion und ist wohl noch ein Relikt aus grauer Vorzeit.
So ein Pferdezahn nutzt sich relativ schnell ab, weshalb sie immer ein wenig nachwachsen. Sie sind also nicht statisch. Allerding können sich im Laufe der Zeit durch unterschiedliche Abnutzung an den Kanten der Backenzähne sogenannte Haken bilden. Das kann schmerzhaft sein, da die scharfen Kanten die Weichteile im Maul, die Schleimhäute oder die Zunge verletzen könnten. Außerdem kann das Pferd so nicht mehr richtig Kauen und sein Futter ordentlich verarbeiten, was wiederum Koliken begünstigen kann.
Deshalb ist es unerlässlich, daß ein Tierarzt auch schon bei jungen Pferden regelmäßig die Zähne untersucht und sicher stellt, daß die Schneidezähne nicht zu lang sind und die Backenzähne geräuschvoll übereinander schaben können, um das Futter optimal zermahlen zu können.