Magen,Darm & Verdauung

Der Magen eines ausgewachsenen Pferdes hat ein Fassungsvermögen von bis zu 20 Litern und wie bei uns Menschen, besteht er nur aus einer einzigen Höhle. Das Pferd ist also kein Wiederkäuer wie beispielsweise eine Kuh, deren Magen aus einem mehrhöhligen Magensystem mit mehreren Teilmägen besteht. Diese Tiere würgen ihr Futter immer wieder nach oben, um es erneut zu zerkauen. Ein Pferd kann das nicht. Ein starker Schließmuskel verhindert, daß die Nahrung zurück in die Speiseröhre gelangt, weshalb ein Pferd auch nicht in der Lage ist, sich zu erbrechen. Was einmal im Magen ist, muß den ganzen langen Weg durch die Gedärme durchlaufen und kann nur hinter wieder raus.
Im Inneren des Magens, an den Magenwänden, befindet sich eine Schleimhaut, die zur Hälfte mit kleinen Drüsen besetzt ist. Diese Drüsen produzieren den mit Salzsäure und Pepsin angereicherten Magensaft und geben ihn an den Magen ab, damit das aufgenommene und schon im Maul vorgemahlene Futter, daß über die Speiseröhre in den Magen befördert wird, weiter aufgeschlossen und so noch besser vom Körper aufgenommen werden kann.

An den Magen schließt sich der Darmkanal an, der, ausgekleidet mit einer Verdauungsschleimhaut, bis zum After reicht und sich grob in Dünn- und Dickdarm unterteilt.
Der gesamte Darmkanal eines Pferdes kann eine Länge von sage und schreibe 30 Metern erreichen und beinahe 200 Liter Flüssigkeit fassen.
Circa zwei Drittel des Darmkanales bildet der Dünndarm, der sich wiederum in Zwölffingerdarm, Leerdarm und Hüftdarm unterteilt. Auf der gesamten Schleimhaut, die die Innenseiten des Dünndarms bedeckt befinden sich kleine Darmzotten, die die Oberfläche des Darmes noch einmal um ein Vielfaches vergrößern, so daß die Nährstoffe noch besser aufgenommen und an die Blutbahn weitergegeben werden können.
Nach dem Dünndarm folgt der erste Abschnitt des Dickdarms: der Blinddarm. Der Blinddarm funktioniert wie eine Gärkammer. Er befindet sich rechtsseitig im Bereich der Flanke des Pferdes und hat ein Fassungsvermögen von ca. 50 Litern. Hier werden strukturierte Futterpartikel wie Rohfaser durch Bakterien zersetzt. Danach gibt der Blinddarm den zersetzten Nahrungsbrei zur Weiterverarbeitung an den Grimmdarm weiter. Der Grimmdarm verläuft vom hinteren, rechten Teil der Bauchhöhle bis nach vorne zum Zwerchfell und wieder zurück bis zum Becken, von wo aus er in einem scharfen Knick bzw. Bogen nach oben weiter verläuft. Diesen Bogen bezeichnet man als „Beckenflexur“ und dies ist die kritische Stelle in den überlangen Darmwindungen eines Pferdes, denn hier kann leicht etwas verstopfen, was zu Koliken oder tödlich endenden Darmverschlingungen führen kann. Von diesem Bogen aus geht es noch weiter. Der Grimmdarm verläuft ein weiteres Mal zum Zwerchfell und wieder zurück, bevor er leicht erweitert in den Mastdarm übergeht.
Im Grimm- und Mastdarm wird dem restlichen Nahrungsbrei das Wasser entzogen und so weit eingedickt, bis er am Ende als uns wohlbekannter Pferdeapfel den Darm durch den After wieder verlässt. Alles was vom Futter jetzt noch übrig ist, sind Bestandteile der Futters, die der Körper nicht aufnehmen konnte.