Abzeichen

Bei manchen Pferden, beliebigerer Farbe, erkennt man verschieden große, weiße Flecke, die Gesicht und / oder Beine zieren. Diese weißen Flecke nennt man Abzeichen und werden als unveränderliche Erkennungsmerkmale sogar in die Abstammungspapiere des jeweiligen Pferdes geschrieben, weil sie bei der Identifizierung behilflich sind. Denn solche Abzeichen sind bei jedem Pferd anders; ähnlich wie beim Menschen der Fingerabdruck.

Den kleinen, weißen Abzeichen, die bei manchen Pferden am Kopf, beziehungsweise auf der Stirn zu finden sind, hat man, je nach Form und Größe unterschiedliche Namen gegeben:

Trägt das Pferd nur ein ganz kleines, etwa fingernagelgroßes Abzeichen auf der Stirn, so nennt man dies eine Flocke.

Ist der weiße Fleck an derselben Stelle etwas größer, so handelt es sich um eine Blume.

Als Stern bezeichnet man alle Flecken, die schon etwas größer sind, aber noch nicht den Nasenrücken berühren.

Hat das Abzeichen auf der Stirn die Form eines schmalen Striches, der noch nicht auf den Nasenrücken übergeht, so nennt man es ein Flämmchen.

Als Keilstern bezeichnet man alle Abzeichen, die so aussehen, als wäre der Stern in Richtung der Nüstern ausgelaufen.

 

Abzeichen, die sich irgendwo zwischen Stirn und Maul gebildet haben, bezeichnet man als Blesse. Und auch hier gibt es verschiedene Formen.

Ein schmaler, weißer Streifen, der über den Nasenrücken verläuft, bezeichnet man als Strich. Dieser Strich ist meist kurz und hört vor den Augen auf.

Eine schmale Blässe bildet oft einen Stern auf der Stirn, der in einen schmalen Streifen übergeht und sich über den gesamten Nasenrücken zieht.

Die breite Blässe ist in der Form ähnlich wie die schmale Blässe, allerdings, wie der Name schon vermuten lässt, mit einem breiten Streifen.

Dann gibt es da noch die Laterne. Die weiße Zeichnung im Gesicht des Pferdes bedeckt den Nasenrücken und beinahe die komplette Stirn und endet an den Nüstern.

Hat das Pferd einen kleinen, weißen Fleck zwischen den Nüstern, handelt es sich um eine Schnippe.

Von einem Milch- oder Mehlmaul ist die Rede, wenn die weiße Zeichnung sich vollständig um Lippen und Nüstern erstreckt.

Pferde mit einem sogenannten Krötenmaul weisen eine fleckige, weiße Zeichnung um Lippen und Nüstern auf.

Die Abzeichen im Gesicht können auch in Kombination zueinander auftreten, wie zum Beispiel ein Stern auf der Stirn und eine Schnippe zwischen den Nüstern.

 

Die Abzeichen an den Gliedmaßen eines Pferdes treten in unterschiedlicher Form am Kronenrand, am Ballen, an der Fessel, am Fuß und am Bein auf. Erstreckt sich das weiße Fell vom Kronenrand bis hoch zum Bein, redet man von einem Stiefel.

Zu guter Letzt sind da noch die Wildfarbigkeitsabzeichen. Diese sind nicht weiß, sondern zeichnen sich als dunkler Aallstrich, Schulterkreuz oder Zebrastreifen vom übrigen Fell ab.

Der Aalstrich verläuft über die Mitte des Rückens, nicht selten von der Mähne bis in den Schweifansatz hinein und ist oft bei Falben zu finden.

Wird der Aalstrich von einem zweiten dunklen Strich über dem Widerrist gekreuzt, so handelt es sich um ein Schulterkreuz. Sehr schöne und deutlich ausgeprägte Schulterkreuze findet man oft bei Hauseseln.

Mehr oder weniger ausgeprägte, dunklere Zebrastreifen an den Beinen, die sich zwischen Karpal- und Ellenbogengelenk entdecken lassen, kommen oft bei Falben, Wildpferden, Wildtyp-Braunen und afrikanischen Eseln vor. Sie sind das rudimentäre Erbe des Zebras an seine domestizierten Verwandten.