Pferdekoppel/Pferdeweide


Pferdekoppel von Franzfoto (Eigenes Werk) [GFDL oder CC BY-SA 3.0], via Wikimedia Commons
Das Wort „Koppel“ ist ein alter, mittelniederdeutscher Begriff für „Umzäunung“ oder „eingezäuntes Landstück“. Die Koppel oder auch Weide ist also ein eingezäuntes, Stück Weideland für Pferde, Rinder oder auch andere Weidetiere.
Hier können in unserem Fall die Pferde den ganzen Tag Gras fressen so viel sie wollen und sich frei bewegen, rumliegen oder spielen.

Ganz im Gegensatz zum Paddock ist die Koppel nicht zwingend direkt am Stall angeschlossen. Um Überweidung oder gar die Zerstörung der Grasnarbe zu vermeiden, empfiehlt es sich, pro Hektar Weideland je ein Pferd auf die Koppel zu stellen.

Pferdekoppeln dienen dazu, seine Pferde so naturnah wie möglich zu halten und müssen daher besonders ausgestattet sein. Pferde brauchen ausreichend Schutz vor dem Wetter und wenn die Koppel keinen natürlich Schutz in Form von Bäumen zu bieten hat, muss man seiner Herde entsprechend große Unterstände anbieten, in die sie sich vor zu viel Sonne aber auch Wind und Regen zurück ziehen und trocken liegen können.

Die wenigsten Koppeln verfügen über den Luxus einer eigenen und für die Pferde frei zugänglichen Wasserquelle, weshalb dafür zu sorgen ist, daß genügend Tränkestellen für die Pferde bereit stehen. Das können Selbsttränken sein, aber auch große Behälter wie ausrangierte Badewannen, die selbstverständlich regelmäßig neu befüllt werden müssen.
Steht ein Pferd den ganzen Tag auf der Weide, kann es 60% seines Flüssigkeitsbedarfs mit der Aufnahme von frischem Gras abdecken. Aber je nach Größe benötigt ein Pferd 20 bis 60 Liter Wasser am Tag, weshalb zusätzliche Tränken unerlässlich sind. Außerdem sollten die Tränken an mehreren Stellen auf der Koppel verteilt sein, damit sich auch rangniedrigere Herdenmitglieder ans Wasser trauen dürfen.

So eine Weide muß gepflegt werden. Im Frühling wird sie geschleppt und gewalzt, eventuell nachgesäht und nachgemäht. Um Parasiten vorzubeugen, empfiehlt es sich aus hygienischen Gründen, die Koppel abwechselnd von verschiedenen Spezies abweiden zu lassen. Hatte man zuerst Pferde auf der Koppel stehen, dürfen als nächstes vielleicht Rinder oder Schafe das neue Gras abfressen, bevor man wieder Pferde darauf stellt.

Pferdekoppel von Horseexperts [GFDL, CC BY-SA 3.0 oder CC BY-SA 3.0 de], via Wikimedia Commons
Außerdem ist es ganz wichtig die Koppeln regelmäßig auf eingeflogene oder eingeschleppte Giftpflanzen, wie z.B. das Jakobskreuzkraut, zu überprüfen. Einige Giftpflanzen können lebensbedrohlich für Pferde sein und müssen unbedingt beseitigt werden. Manch Pferde sind vielleicht noch unerfahren bei der Futtersuche und wissen nicht zwischen essbaren und ungenießbaren oder gar giftigen Kräutern zu unterscheiden.
Ebenso gefährlich wie das Jakobskreuzkraut sind auch Bergahörner in der Nachbarschaft, deren Samen, Keimlinge und Blätter tödlich sein können. Deshalb ist es von Vorteil nicht nur die Weide auf der die Pferde grasen, sondern auch die nähere Umgebung nach Giftpflanzen abzusuchen.
Um die Weide möglichst sauber zu halten, sollte man mindestens einmal pro Woche die Wiese von Pferdeäpfeln befreien.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.