Um sein Pferd von vorne bis hinten und oben und unten sauber zu bekommen, stehen eine Vielzahl an Reinigungsutensilien zur Verfügung mit denen man seine Putzbox befüllen kann. Jedes Werkzeug erfüllt einen bestimmten Zweck oder ist für eine ganz bestimmte Körperregion gedacht. Natürlich gibt es sie in allen möglichen Farben, Ausführungen und Materialien. Von Metall über Gummi und Holz bis Kunststoff ist alles dabei.

Da wäre als erstes die Kardätsche, eine feine Bürste zum Reinigen und Glattstreichen des Fells. Die Kardätsche besteht meist aus Holz mit einer Handschlaufe. An dem Holzteil sind kürzere, weiche Borsten aus Rosshaar oder Synthetikfasern befestigt, die, je nach Modell, von einem Rand aus längeren Borsten umgeben sind.

Die Kardätsche wird meist zusammen mit einem Nadelstriegel aus Kunststoff verwendet, an dem man die Kardätsche abstreicht, um den gelösten Schmutz aus dem Fell, den die Kardätsche zwischen den Borsten angesammelt hat, wieder zu entfernen. Nadelstriegel bestehen aus Kunststoff mit einer größenverstellbaren Handschlaufe. An der Unterseite befinden sich viele, kleine, weich abgerundete „Nägel“ aus Plastik, mit denen man gut vor dem Einsatz der Kardätsche das Fell etwas aufrauen kann, um gröberen Schmutz zu lösen. Der Nadelstriegel eignet sich aber auch gut, um mal schnell zwischendurch die Mähne glatt zu kämmen.

Wenn das Pferd so richtig schön schlammverkrustet von der Weide kommt, empfiehlt sich als erstes Werkzeug der Zackenstriegel, um den gröbsten Dreck herunter zu bürsten. Da dieser Striegel aber aus Metall und, wie der Name schon vermuten läßt, mit vielen, kleinen Zacken bestückt ist, sollte man sehr vorsichtig damit umgehen, um dem Pferd nicht weh zu tun. Der Zackenstriegel besteht aus vier ineinander liegenden, gezackten Metallringen, die an einem Handgriff befestigt sind. Der Striegel ist beidseitig verwendbar, da die Zacken auf einer Seite etwas gröber sind als auf der anderen.

Der Gummistriegel eignet sich sehr gut um lose Haare und tiefer liegenden Schmutz aus dem Fell zu bürsten. Außer Kopf und Beine kann man damit den gesamten Pferdekörper mit kreisenden Bewegungen bearbeiten. Dabei immer das Pferd beobachten, ob es das auch gut findet. Wenn man nicht zu feste drückt, gefällt es den meisten Pferden und ist gleichzeitig eine angenehme Massage.
Der Gummistriegel ist fast oval mit einer Handschlaufe, die ebenfalls aus Gummi besteht. Auf der Unterseite befinden sich drei Reihen mit ringförmig angeordneten Noppen. Gelöste Haare und Schmutz lassen sich ganz leicht abklopfen.

Die Wurzelbürste ist schmal und länglich mit langen, kräftigen Borsten und besitzt keine Handschlaufe. Mit ihr werden die Beine gereinigt und gröberer Schmutz aus dem Fell gebürstet.

Die Hufbürste ähnelt der Wurzelbürste, mit dem einen Unterschied, daß sie kürzere Borsten hat. Es gibt sie aber auch mit einem praktischen Handstiel. Wie der Name schon vermuten läßt, reinigt man damit die Hufe von außen, aber auch von innen, allerdings erst, nachdem man sie ausgekratzt hat.

Der Hufauskratzer darf in keiner Putzbox fehlen. Es gibt ihn mit und ohne integrierte Bürste. Sie bestehen meist aus einem Kunststoffgriff, aus dem ein Metallhaken heraus ragt, mit dem man vorsichtig die Unterseite der Hufe von eingetretenem Schmutz, Erde, Kot und kleinen Steinchen befreit. Man putzt immer von innen nach außen, wobei man in den Strahlfurchen besonders vorsichtig vorgehen muss, sie aber nicht auslassen darf. Mit der kleinen Bürste, die an den meisten neueren Hufauskratzern angebracht ist, bürstet man den gelösten Schmutz im Anschluß direkt weg.

Der Steinchenentferner oder Hufräumer ähnelt auf den ersten Blick einem Hufauskratzer, nur ohne die praktische Bürste. Er besteht komplett aus stabilem Metall, die Grifffläche ist mit Gummi oder Kunststoff ummantelt. Der Haken selbst ist viel stabiler und auch spitzer als bei dem Hufauskratzer. So kann er sich nicht verbiegen bei dem Versuch verklemmte und eingetretene Steine oder andere Objekte unter dem Huf zu entfernen. Bei Geländeritten kann es vorkommen, daß sich größere Steine zwischen Huf und Hufeisen so verklemmen, daß man sie nicht mit der bloßen Hand entfernen kann. Deshalb ist es von Vorteil so einen Steinchenentferner bei Ausritten immer mit sich zu führen. Es versteht sich von selbst, daß man den Hufräumer nicht dazu benutzt, um damit in den Strahlfurchen herumzustochern, weil er so schön spitz ist!

Mittlerweile hat die Mähnen- und Schweifbürste wohl den herkömmlichen Mähnenkamm abgelöst. Bei Pferden mit üppiger Mähne und dichtem Schweif ist die Handhabung einer Bürste mit Griff auch viel praktischer und zeitsparender als der Kamm. So eine Mähnenbürste sieht nicht viel anders aus, als die übliche Drahtbürste, die auch in der menschlichen Damenwelt die Haarschöpfe entwirrt, nur daß die Borsten nicht aus Draht, bzw. Metall sind, sondern meist aus stabilem Kunststoff.

Der Mähnenkamm ist ein kleiner grobzinkiger Kamm aus Metall oder Kunststoff, mal mit, mal ohne Griff und hilft beim Entwirren der Mähne und des Schweifes. Ist ein Pferd von Natur aus nicht mit ganz so dichter und üppiger Mähne und Schweif ausgestattet, reicht er völlig aus. Besonders, wenn man sich täglich um die Fellpflege seines Pferdes kümmert.

Das Schweißmesser ist sehr praktisch, um überschüssiges Wasser nach dem Duschen aus dem Fell zu streifen. Früher wurde nur der Schweiß damit abgezogen. Aber heute reitet man seine Pferde nicht mehr so, daß sie irgendwann klatschnaß sind. Auch ist das Werkzeug kein Messer mehr, sondern heißt nur noch so.
Heutige Schweißmesser bestehen aus Kunststoff mit einer „Klinge“ aus Gummi oder Metall. Die Metallklingen gleiten leichter über das nasse Fell, trotzdem ist die Gummivariante den meisten Pferdemenschen geläufiger. Das Schweißmesser ähnelt einem Abzieher, wie man sie auch zum Fensterputzen verwendet, nur dass die Klingenhalterung leicht gebogen ist. Um zu vermeiden, daß sich das Pferd nach dem Waschen und Duschen erkältet, zieht man mit dem Schweißmesser das überschüssige Wasser aus dem Fell, so daß es nach unten abtropfen kann. Kopf und Beine werden aber bitte ausgelassen und lieber mit einem Handtuch abgetrocknet.

Wer sein Pferd ganz besonders doll lieb hat oder es regelmäßig für Turniere und Showveranstaltungen schick macht, bewahrt neben den ganzen Striegeln und Bürsten noch eine Handvoll bunte Schwämme in seinem Putzkasten auf. Mit den Schwämmen reinigt man vorsichtig Augen, Nüstern, After und Genitalien. Aber bitte für jede Körperpartie einen anderen Schwamm benutzen! Damit man nicht aus Versehen beim nächsten Mal die Augen mit dem Afterschwamm auswischt, sollte man verschiedenfarbige Schwämme benutzen und sich ganz genau merken, welche Körperregion man mit welchem Schwamm gereinigt hat.

Wenn man mehrere Pferde sein eigen nennt, oder sich um mehr als ein Pferd kümmert, versteht es sich von selbst, daß jedes Pferd aus hygienischen Gründen sein eigenes Pflegeset bekommt, damit keine Krankheiten, wie zum Beispiel Hautpilz übertragen werden können.

Natürlich war das noch längst nicht alles, was ambitionierte Pferdemenschen in ihren Putzboxen aufbewahren. Da gibt es noch eine Vielfalt an Schmuse- und Massagebürsten sowie Einflechthelfer und Shampoonierer, ganz zu schweigen von einer Unmenge an Verschönerungsutensilien für Mähne und Schweif wie Mähnengummis, Schleifchen, Perlchen, Glitzer- und Mähnenringe, denen man irgendwann nicht mehr widerstehen kann. Hat man einmal angefangen, für sein Pferdchen einzukaufen, kann man nur schwer wieder damit aufhören.