Ab und zu darf man sein Pferd auch mal abduschen und gründlich waschen. Natürlich macht man das nicht im tiefsten Winter und ein nach der Arbeit stark erhitztes Pferd spritzt man auch nicht mit eiskaltem Wasser ab! Man muß schon ein bißchen auf die Außentemperaturen achten und sein schwitzendes Pferd erst ein wenig abkühlen lassen. Man sollte auch sicher gehen, daß das Pferd nach der Wäsche schnell wieder trocknen kann, ohne daß es Gefahr läuft, sich zu erkälten. Ideal wäre es, wenn man am Waschplatz auch einen Warmwasseranschluß hat, ansonsten wäscht man sein Pferd lieber nur bei strahlendem Sonnenschein an einem heißen Sommertag, dann macht auch eine relativ kalte Dusche den Pferden nichts aus.
Im Idealfall hat man einen speziellen Duschplatz an dem man das Pferd anbinden und ordentlich mit Wasser herum planschen kann. Man beginnt damit, die Beine des Pferdes von unten nach oben mit dem Schlauch abzuspritzen, macht mit dem Bauch weiter und arbeitet sich langsam von hinten Richtung Herz vor, besonders wenn das Wasser nicht wirklich warm ist, damit es keinen Schock bekommt. Den Hals nicht vergessen, aber am Kopf aufhören, damit kein Wasser in die Ohren läuft.
Beim Abspritzen des Rückens kann man schön beobachten, wie der Schweiß in dicken Schaumblasen aus dem Fell läuft. Wenn man sein Pferd auch noch shampoonieren möchte, kann man dazu einen Eimer Wasser mit Shampoo und drei Schwämmen zu Hilfe nehmen. Einen Schwamm benutzt man für den Kopf, einen weiteren für den Körper und den dritten für die Geschlechtsteile. Es gibt aber auch ganz praktische Bürsten mit integrierter Shampooflasche, in die man das Shampoo einfüllt und dann damit das Fell abbürsten und gleichzeitig einshampoonieren kann.


Um den Kopf sauber zu bekommen, geht man vorsichtig mit einem Schwamm vor und spült auch mit dem Schwamm das Shampoo wieder heraus. Bitte nicht mit dem Wasserschlauch am Kopf herumhantieren. Auch beim Waschen der Mähne darauf achten, daß kein Wasser in die Ohren läuft. Körper und Beine darf man mit Schwamm oder Bürste ordentlich abrubbeln. Trotzdem an den weniger bemuskelten Körperstellen sachte vorgehen und nicht zu doll drücken.
Um den Schweif sauber zu bekommen, tunkt man die gesamten Längen bis zur Schweifrübe am besten in den Eimer und rubbelt dann mit dem Schwamm den Schmutz heraus.
Die Geschlechtsteile mit einem separaten Schwamm respektvoll reinigen. Bei Wallachen und Hengsten den Schlauch auch von innen waschen. Falls er gerade so freundlich ist und seinen Penis beim Waschen ausgefahren hat, direkt die Gelegenheit nutzen und auch ihn gründlich abwaschen. Besonders bei älteren Pferden sollte man des Öfteren ein Auge auf das Geschlechtsteil werfen, da es vorkommen kann, dass sie sich nicht mehr selber ausreichend putzen oder sich krankhafte Veränderungen gebildet haben, die man dem Tierarzt zeigen sollte.
Nachdem man das Pferd gründlich überall eingeschäumt hat, wird es wieder gründlich mit dem Wasserschlauch abgespritzt, bis nichts mehr schäumt. Mähne und Schweif werden besonders gut ausgespült. Das überschüssige Wasser wringt bzw. streift man mit den Händen aus Mähne und Schweif, für den Körper nimmt man ein Schweißmesser zur Hand und zieht das Wasser in Wuchsrichtung aus dem Fell. Kopf und Beine trocknet man mit einem Handtuch ab. Danach führt man sein Pferd in der Sonne trocken und stellt es dann mit einer Decke in den Stall. Falls man Zugang zu einem Solarium hat, den Luxus nutzen und sein Pferd darunter trocknen lassen. Auf keinen Fall das nasse Pferd irgendwo in der Zugluft stehen lassen.

Grafik: Nadja von der Hocht