Selbstverständlich möchte man, daß sein Pferd immer gesunde Hufe hat und ist auch gewillt, alles dafür zu tun. Leider schießt der Mensch in seinem Eifer immer etwas tun zu wollen, oft und gerne mal über das Ziel hinaus. Natürlich darf man seinem Pferd ab und an die Hufe einfetten … es kommt halt immer auf den Grund an, warum man das will… Da scheiden sich nämlich die Geister: einfetten – oder doch lieber nicht?

Die häufigsten Gründe, warum Hufe eingefettet werden sind zum einen, um zu viel Feuchtigkeit von außen abzuwehren, aber auch um die bestehende Feuchtigkeit im Huf einzuschließen. Dann wäre da noch die hübsche Opik – ein gefetteter Huf glänzt sehr schön, als Salzschutz im Winter oder aus medizinischen Gründen, wenn man eine Verletzung am inneren Horn entdeckt hat. Mit speziellen Pflegemitteln kann man so den Huf desinfizieren und schützen.

Greift man also zu Pinsel und Fetttöpfchen, muß man wissen, was man tut und vor allem, warum man es tut. Würde man seinem Pferd jeden Tag die Hufe einfetten, trocknen sie irgendwann unweigerlich aus, weil gar keine Feuchtigkeit mehr eindringen kann und trockene Hufe sind nicht gut. Zu feuchte Hufe sind aber auch nicht gut! Bei zu feuchten Hufen besteht die Gefahr, daß Strahlfäule oder Mauke entsteht. Wir lernen also: alles mit „zu“ ist schlecht. Es gilt wie immer, bei allem was wir tun, das goldene Mittelmaß zu finden.



Hat man sich dazu entschieden, seinem Pferd die Hufe einzufetten, müssen sie vorher erst einmal gründlich gesäubert werden. Also gründlich auskratzen und abbürsten und zwar innen und außen. Bekommt man feuchten Schmutz nicht weggebürstet, kann man zum Schlauch greifen und den Huf ordentlich waschen. Das Pferd sollte dabei auf geradem und sauberem Untergrund stehen, damit der Huf nicht gleich wieder sandig wird. Hat man die Hufe gewaschen, muß man sich mit dem Einfetten noch so lange gedulden, bis die Hufe wieder trocken sind. Erst nach dem Trocknen kann man mit dem Fetten loslegen. Man fängst mit der Unterseite an. Dazu hebt man den Huf an und pinselt das Fett großzügig, aber ohne zu kleckern auf die gesamte Fläche und besonders in die Strahlfurchen und auf den Ballen. Dann stellt man den Huf ab und bestreicht auch die Hufwand bis hoch zum Kronrand. Der Kronrand sollte nicht vergessen werden, da dies die Stelle ist, wo sich das neue Horn bildet. Die Prozedur wiederholt man auch bei den restlichen drei Beinen. Dann sollte man dem fett Zeit geben zu trocknen. Also am besten nach der Arbeit einfetten und nicht davor, da sich das Fett sonst nur wieder durch den meist sandigen Untergrund wieder abreibt. … Es sei denn man macht mit seinem Pferd bei einer Parade mit, dann wird natürlich vorher gefettet. Dies dient dann aber nur der Optik.