Mähne & Schweif

Durch Jahrhunderte lange und mannigfaltige Zuchtversuche seitens des Menschen, schmückt so manchen Pferdehals heute eine tolle, lange und dichte Mähne, die von Länge und Dichte nur noch vom Schweif übertroffen wird. Die Haare sind so stabil, dick und strapazierfähig, daß Instrumentenbauer irgendwann Pferdehaar sogar als ideale Bespannung für ihre Bögen entdeckt haben und so manch liebliche Melodie, den ein Profimusiker auf seiner Violine erklingen läßt, erzeugt er nur mit Hilfe der langen Haare unserer Lieblingstiere.

Wenn man sein Pferd putzt, gehört die Pflege des Langhaars natürlich dazu. Es gibt Bürsten und Kämme um die Haarpracht von Staub zu befreien und zu entwirren. Manche verlesen aber auch jedes einzelne Haar mit der Hand, damit auch ja kein Haar ausgerissen wird oder damit es nicht ziept. Dabei sind Pferde gar nicht sooo empfindlich, wenn man ihnen ein wenig an der Mähne zupft. Viele genießen die etwas grobere Art der Fellpflege sogar und halten geduldig still, während ihr Mensch ihnen einzelne Haare ausrupft. Das ist auch eine Art, die Mähne gleichmäßig erscheinen zu lassen, anstatt sie zu schneiden. Das nennt man „Verziehen“ und es wird praktiziert, um die Mähne zu kürzen, auszudünnen oder flacher zu machen. Das machen aber nur (Dressur-)Reiter, die sich davon hinterher ein leichteres Einflechten der Mähne versprechen.

Wenn ein Pferd von seinem mehrtägigen oder soger mehrwöchigen „Weideurlaub“ (je nach Haltungsbedingungen) wieder in den Stall zurück kommt, kann es sein, daß sich die Mähne durch Wälzen und Schubbern an Bäumen furchtbar verknotet hat. Kein Grund sie abzuschneiden. Man kann versuchen, die gröbsten Knoten mit der Hand zu lösen und sie zusätzlich mit Mähnenspray einsprühen, damit das Langhaar wieder leichter kämmbar wird. Bei hartnäckigen Filzknoten im Schweif hat sich auch schon ein kräftiger Schwall Olivenöl bewährt aber auch normale Sprühkuren, die eigentlich für menschliche Haarschöpfe entwickelt wurden, erleichtern das Entwirren enorm. Trotzdem gilt beim Auskämmen bei Mähne und Schweif das Gleiche wie für die eigenen Haare: unten anfangen und die Längen dabei festhalten, damit es nicht ganz so doll ziept.
Bekommt man den Schmutz nicht durch Kämmen und Bürsten allein wieder heraus, kann man die Haarpracht seines Pferdes natürlich auch shampoonieren. Beim Schweif geht es am einfachsten, wenn man das Pferdeshampoo in einen Eimer mit warmem Wasser gibt und selbigen ein paar Minuten darin eintunkt, damit die Schweifhaare sich schön vollsaugen können. Dann heißt es schrubben und hinterher gut ausspülen. Bei der Mähne kann man einen Schwamm und den Schlauch zu Hilfe nehmen. Besonders bei Schimmeln mit völlig weißer Mähne und Schweif lohnt sich die Prozedur, denn die Haarspitzen am Schweif sehen oft sehr gelb aus, was sich aber leicht herauswaschen lässt, da es nichts weiter als Erde und Staub ist…. und Reste von Pferdeäpfeln vielleicht…