Eine Schlundverstopfung kann für das Pferd lebensbedrohlich werden, da sich Fremdkörper, meist sind es Futterpartikel, im Schlund verkeilen und stecken bleiben. Die Speiseröhre verkrampft sich und die Futterreste können nicht mehr abgeschluckt werden. In die andere Richtung geht es aber auch nicht, da Pferde sich tatsächlich nicht erbrechen können. Die Perestaltik funktioniert bei Pferden nur in eine Richtung. Das Pferd ist also schleunigst auf Hilfe angewiesen.
So eine Schlundverstopfung passiert meist Pferden, die sehr hastig fressen und ihr Essen, besonders leckere Sachen, wie ganze Äpfel nicht ordentlich kauen sondern gleich am Stück herunter schlingen wollen. Deshalb sollte man Äpfel vorsichtshalber nie am Stück verfüttern und auch Möhrchen nie in Scheiben oder Stücke schnipseln. So eine Möhrenscheibe kann sich ganz leicht quer stellen, wenn sie nicht zerkaut wird und so die ganze Speiseröhre komplett verstopfen!
Der aufmerksame Pferdefreund bemerkt eine Schlundverstopfung bei seinem Pferd sofort. Die Symptome sind nicht zu übersehen. Das betroffene Pferd hustet stark, fängt an zu schwitzen, speichelt, scharrt mit den Hufen und schlägt mit dem Kopf. Wenn der Kreislauf noch nicht zu sehr angegriffen ist, kann es sogar in Panik ausbrechen. Dabei fließt schaumiger Speichel gemischt mit kleinen Speisepartikeln aus Maul und Nase. Dieser schaumige Speichel kann in die Luftröhre gelangen und später eine Lungenentzündung verursachen.
Wenn man Glück hat, löst sich die Verstopfung manchmal von selbst. Stecken die Speisereste noch sichtbar im Hals, kann man dem Pferd durch Wegmassieren beim Schlucken behilflich sein. Trotzdem sollte immer ein Tierarzt gerufen werden, denn die Verstopfung muss nicht immer im Hals sitzen, wo man sie noch wegmassieren könnte. Der Tierarzt kann nämlich ein krampflösendes Mittel für die Speiseröhre spritzen. Die Speiseröhre wird dann eventuell freigesaugt oder man versucht mit Spülungen den festsitzenden Speiseklumpen bis in den Magen durch zu spülen.