Als „Alopezie“ oder auch „Effluvium“ bezeichnet man alle möglichen Arten von Haarausfall, von dem auch Pferde unter bestimmten Umständen betroffen sein können. Der Tierarzt unterscheidet im Allgemeinen zwischen zwei Arten der Alopezie: der „Alopecia generalista“, wobei große Teile des Fells großflächig betroffen sind und der „Alopecia areata“, die sich auf nur wenige kleinere Stellen beschränkt. Genau wie bei uns Menschen bleibt die Haut an den haarlosen Stellen intakt und sieht gesund aus … halt nur ohne Haare.
Die Ursache des Haarverlusts kann mannigfaltig sein und bleibt nicht selten ungeklärt. In solchen Fällen spricht man von einer „idiopathischen Alopezie“.
Die wohl am häufigsten zu beobachtende Ursache für Haarverlust beim Pferd, ist die „psychogene Alopezie“. So umschreibt man die kahlen Stellen, die das Pferd sich selbst zugefügt hat. Entweder hat es an der betroffenen Stelle eine Verletzung, oder es hat sich die Haare meist an der Mähne oder am Schweif selbst weggeschubbert, weil es an den betreffenden Hautstellen einen Juckreiz verspürt hat. In diesem Fall muss man der Ursache des Juckreizes auf den Grund gehen.
Am harmlosesten sind die Fälle, bei denen das Pferd an der Mähne seine schönen langen Haare eingebüßt hat, weil es immer an der selben ungünstigen Stelle den Kopf in die Nachbarbox gestreckt hat, um zu sehen, was der Stallnachbar im Futtertrog hat. In solchen Fällen sollte man die Konstruktion seiner Boxen und die Platzierungen der Öffnungen und Fenster noch mal überdenken.
Ab und zu kann man bei Fohlen beobachten, dass sie ihr gesamtes Fohlen-Haarkleid grossflächig abwerfen, bevor das neue bleibende Haarkleid anfängt zu wachsen. Diese Art von Haarausfall beim Fohlen hat allerdings nichts mit einer Krankheit zu tun.
Andere Gründe für Haarausfall beim Pferd können Infektionskrankheiten, Stoffwechselerkrankungen, Vergiftungen, Stress, Hautpilz, Milben oder Druckstellen aber auch hormonell, genetisch oder autoimmun bedingte Ursachen sein.

Genaugenommen ist die Alopezie beim Pferd also keine eigenständige Krankheit, sondern eine Begleiterscheinung, also ein Symptom einer bisher unentdeckten Krankheit, unter der das Pferd leidet und die es zuerst herauszufinden gilt. Entdeckt man bei seinem Pferd also plötzlich kahle Stellen oder einen diffusen Haarausfall, der sich über größere Körperstellen ausgebreitet hat, ist Detektivarbeit angesagt.