Die Equine Infektiöse Anämie (EIA) ist eine anzeigepflichtige Tierseuche und wird durch das „Equine infectious anemia virus“ hervorgerufen und durch blutsaugende Insekten übertragen. Man nennt die ansteckende Blutarmut auch „Sumpffieber“, weil sie häufig in Sumpfgebieten vorkommt. Befallene Tiere scheiden den Virus dann über Milch, Urin und Speichel wieder aus, so daß andere Tiere sich durch den Kontakt mit diesen Körperflüssigkeiten anstecken können. Das EIA-Virus befällt im Blut zirkulierende Zellen des Immunsystems und verteilt so sein Erbgut im ganzen Körper.
Ist ein Pferd mit dem Virus in irgendeiner Form in Kontakt gekommen, beträgt die Inkubationszeit zwei bis sechs Wochen. Die ausbrechende Krankheit verläuft dann entweder akut oder chronisch, wobei sich die chronische Form häufiger zeigt. Die Tiere bekommen Fieber, Blutarmut, verlieren an Körpermasse und bilden oft Ödeme an den Gliedmaßen und am Bauch. Manchmal sind auch Bewegungsstörungen das einzige klinische Symptom, daß auf diese Krankheit hinweist. Häufig verschwinden die Krankheitssymptome sogar und die infizierten Tiere erscheinen über Jahre gesund.
Die akute Form hingegen äußert sich in plötzlichem Fieber, Abgeschlagenheit, zunehmende Schwäche, Durst, Appetitlosigkeit, punktförmigen Blutungen und Schwellungen im Bauchbereich und endet nach zwei bis vier Wochen tödlich.
In Deutschland gibt es die „Einhufer-Blutarmut-Verornung“, die besagt, daß man an erkrankten Tieren weder Impfungen noch Heilversuche durchführen darf. Um einen Ausbruch dieser ansteckenden Tierseuche zu vermeiden, werden nachweislich erkrankte Tiere sofort getötet.