„Ausschuhen“ ist die Bezeichnung für das vollständige Ablösen der Hornkapsel des Zehenendorgans, also des Hufes beim Pferd und anderen Huftieren. Dabei verliert das Tier den kompletten harten Teil seines Hufes. Ursache ist meist eine Entzündung im Bereich des Hufes in Zusammenhang mit einer Schwellung. Diese Schwellung begünstigt die Trennung verschiedener Schichten im Huf wie zwischen Epidermis und Lederhaut oder Hornschicht und der Basalzellschicht. Dabei spielt es keine Rolle, ob der Entzündungsprozess aseptisch ist, wie bei der Hufrehe oder infektiös wie bei der schweren Form der Maul- und Klauenseuche.
Während der Verlust eines Fingernagels beim Menschen keine große Sache ist, ist es für das Pferd eine Katastrophe. Der Heilungsprozess ist sehr problematisch, da so ein Pferdehuf mit ca. 7 mm/Monat nur quälend langsam nachwächst. Bei Islandpferden und Vollblütern dauert das Nachwachen sogar noch länger. Man kann versuchen, die Zeit, in der der Huf nackt und ungeschützt den Elementen und Staub, Schmutz und Krankheitserregern ausgesetzt ist, mit antiseptischen Maßnahmen und Verbänden zu überbrücken. Aber auch hier kann es ähnlich wie beim menschlichen, nachwachsenden Fingernagel nach einem vollständigen Verlust, zu Deformationen kommen. Will man den Huf und somit sein Pferd retten, denn ohne Huf - kein Pferd, ist hier das ganze Können des Tierarztes und später des Hufschmiedes gefragt.