Borrelia burgdorferiGenau wie Menschen können auch Pferde an einer Borreliose erkranken, wenn sie von einer Zecke gebissen wurden, die den Erreger in sich trägt. Die Infektionskrankheit wird durch das Bakterium „Borrelia burgdorferi“ ausgelöst. Es gibt noch andere verwandte Arten, die je nach Region unterschiedlich verbreitet sind. Bei der Pferdeborreliose kann es sich auch um den Erreger „Borrelia coriaceae“ handeln.
Borrelien sind spiralförmige Bakterien, die sich aktiv bewegen und die für ihren Stoffwechsel keinen molekularen Sauerstoff benötigen. Die Zecke dient dabei als Reservoirwirt. In Deutschland ist der Übeltäter meist der Gemeine Holzbock. Es wird allerding auch diskutiert, ob nicht auch Stechmücken und Pferdebremsen Überträger des Bakteriums sein können.
Frühestens 24 Stunden nachdem das Pferd von dem infizierten Parasiten gebissen und um ein paar Tropfen Blut erleichtert wurde, kann eine Übertragung der Borrelien erfolgt sein. Hat man die Zecken unsachgemäß entfernt, so daß beispielsweise der Kopf stecken geblieben ist, kann durch den Todeskampf der Zecke die Übertragung auch früher stattfinden. Wenn die Erreger von der körpereigenen Abwehr des Pferdes aus irgendeinem Grund nicht bekämpft werden können, breiten sich die Bakterien im ganzen Organismus aus und es kommt zu einer zunächst noch nicht erkennbaren Infektion.
Oft werden die Zecken im Fell des Pferdes erst sehr spät entdeckt. Sie verstecken sich eher selten direkt an Gurt- oder Sattellage, also die Stellen, die eher mal geputzt werden. Wenn man sein Pferd von der Weide holt, lohnt sich immer eine gründlichere Untersuchung von Fell und Haut. Nicht nur nach Verwundungen von Bissen oder Tritten, sondern auch nach diesen kleinen Parasiten, die sich gerne in der Nähe der Schweifrübe ansiedeln aber sich auch schon mal gemeinerweise an Euter bzw. Schlauch oder ganz hoch oben zwischen den warmen Innenschenkeln fest beißen.
Hat ein Pferd sich infiziert, kann sich die Krankheit in den unterschiedlichsten Symptomen äußern:
diverse Hauterkrankungen, Augen- und Organerkrankungen, Muskelverspannung, Abmagerung, Lahmheit, Kolik und kolikartige Erscheinungen, Anfälligkeit für diverse andere Infekte, Allergien, Kopfschütteln, Hufrehe oder Huflederhautentzündungen und Verhaltensänderungen wie Lethargie, Überreaktionen und Agressivität.
Leidet das Pferd immer mal wieder unter einer oder mehrere dieser Allgemeinerkrankungen, sollte nicht nur auf Borreliose, sondern auch auf das Equine Cushing-Syndrom getestet werden, da es vorkommen kann, daß die Symptome beider Erkrankungen sich ähneln.
Der Tierarzt diagnostiziert eine Infektion mit Borrelien mit einem Antikörpertest im Blut, wobei ein positiver Test zwar den Kontakt mit den Erregern nachweist, aber noch kein Garant für eine tatsächlich vorliegende akute Infektion oder sogar Erkrankung ist. Mit weiteren Tests, wie einer Gelenkpunktion wird der Tierarzt sicher gehen, denn die Behandlung ist sehr langwierig und verlangt nach einer konsequenten Durchführung. Die Erreger kommen nämlich im aktiven und inaktiven Stadium vor und können nur im aktiven Stadium bekämpft werden.
Es werden hochdosierte Antibiotika über einen längeren Zeitraum verabreicht, wobei es dem Pferd während der Behandlung zunächst schlechter geht, da die Bakterien sich heftig gegen die Behandlung wehren und dabei Toxine freisetzen, worauf der Körper des Pferdes wiederum heftig reagiert.
Seit einiger Zeit ist zum Glück eine von Tierärzten empfohlene Impfung gegen die Borreliose beim Pferd erhältlich.
Zur Vorbeugung reicht es schon, sein Pferd täglich gründlich zu putzen und es auch an allen eher unzugänglichen Körperregionen nach Zecken abzusuchen, um sie dann sorgsam zu entfernen.

 

Bild: Borrelia burgdorferi
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