Das Equine Cushing-Syndrom ist eine hormonelle Störung ausgelöst durch einen Tumor oder Adenom, eine gutartige Geschwulst, entweder an der Adenohypophyse oder der Nebennierenrinde. Eine Geschwulst oder Tumor an der Nebennierenrinde ist bei Pferden eher selten, kann aber vorkommen.  Meist befindet sich der Tumor an der Adenohypophyse. Das ist der große, drüsige Teil der Hirnanhangdrüse, die sich an der Basis des Gehirns befindet. Diese Adenohypophyse produziert das Wachstumshormon sowie andere Hormone, die Drüsen wie die Schilddrüse, die Keimdrüsen und die Nebennierenrinde kontrollieren. Ein Tumor an dieser Stelle bringt den ganzen Hormonhaushalt durcheinander und bewirkt unter anderem eine Überfunktion der Nebennierenrinde. Die Nebennierenrinde ist für die Produktion von körpereigenem Cortisol zuständig, dessen Gehalt im Blut durch die Überproduktion dann erhöht ist. Das Stresshormon Cortisol aktiviert Stoffwechselvorgänge im Körper und ist an der Regulation es Wachstums beteiligt, es hat aber auch eine dämpfende Wirkung auf das Immunsystem. Da das Cortisol für so viele Stoffwechselfunktionen zuständig ist, entstehen durch das Ungleichgewicht schleichend die verschiedensten und unterschiedlichsten, zum Teil auch lebensbedrohliche Gesundheitsstörungen. Unter anderem wird der Proteinstoffwechsel gestört, die Insulinproduktion wird gedrosselt und der Blutzuckerspiegel steigt.
Das alles passiert im Körper des Pferdes, ohne daß man es ihm sofort ansieht. Die Symptome sind oft auch sehr unspezifisch und unterschiedlich und werden oft schlicht für Alterserscheinungen gehalten.
Um das Equine Cushing-Syndrom zu diagnostizieren, müssen zuerst andere Krankheiten zweifelsfrei ausgeschlossen sein und zwei bis drei Symptome, die mit Cushing einhergehen aufeinander treffen.

Ein auffälliges Symptom wäre da die Haarkleidveränderung.
Die Pferde bekommen ein dickes, langes Winterfell und der Fellwechsel zieht sich in die Länge. Oft bleiben auch alte Haare zurück. Auch im Sommer wird das Fell plötzlich länger und oft bilden sich sogar Löckchen oder der Kötenbehang wird wuschelig.

Andere Symptome wären:
ein übermäßiger Durst mit häufigem Wasserlassen
Abmagerung trotz gutem Fressverhalten und hoher Futtergaben
ein Hängerücken, bedingt durch Muskelrückbildung, mitunter begleitet von einem Hängebauch oder Fettpolstern am Mähnenkamm
Fufprobleme wie Abszesse, Huflederhautentzündung oder einer Hufrehe mit untypischem Erscheinungsbild zu untypischen Jahreszeiten – Diese Hufrehe kann zu einer Hufbeinrotation oder Hufbeinsenkung führen, die für das Pferd fast schmerzfrei ist und daher auch nicht die typische Rehestellung zeigt.
Sehnenentzündungen
Herz-Kreislaufprobleme inklusive gelegentliches Umfallen
seltene aber massive Stoffwechselentgleisungen mit Symptomen, die dem Kreuzverschlag (schmerzhafte Entzündung der Rückenmuskulatur) ähneln
Kotwasser, nicht behandelbare Durchfälle, häufige und hartnäckige Infekte
Osteoporose und andere Knochenprobleme
Lethargie
Futterverweigerung
Schwitzen ohne Grund
Mauke, Pilzbefall
allgemeine Fressprobleme bedingt durch Zahnerkrankungen
Ödeme über den Augen
hängender Kopf im Stehen, abwesender und depressiver Eindruck

Der Tierarzt findet durch mehrere Bluttests heraus, ob er die Diagnose Equine Cushing-Syndrom stellen muss. Mittlerweile kennt man diese Erkrankung auch unter dem Namen „Pituitary Pars Intermedia Dysfunction“ kurz „PPID“.
Die Krankheit ist nicht heilbar, aber behandelbar. Pferde, die wegen Cushing in Behandlung sind, können noch jahrelang beschwerdefrei leben. Je früher mit der Therapie begonnen wird, umso eher bilden sich die Symptome wieder zurück. Eine Verbesserung des Gesundheitszustandes kann binnen weniger Wochen bis Monate beobachtet werden.