Druse


Zwei Jahre altes Shetlandpony mit Druse

Die Druse ist eine hoch ansteckende Infektionskrankheit der Pferde und ist auch unter den „schlauen“ Namen „Adenitis equorum“ oder „Coryza contagiosa equorum“ bekannt.„Kehlsucht“, „Pferderotz“ oder „Stränglige“ sind dagegen die altmodischen, bzw. historischen Begriffe für die Druse und vielleicht noch bei älteren Semestern aus der Pferdewelt bekannt. Es ist eine entzündliche Erkrankung der Drüsen bzw. der Lymphknoten, die in früheren Zeiten auch als „Lymphdrüsen“ bezeichnet wurden.
Die Druse ist hoch ansteckend und befällt die oberen Luftwege des Pferdes. Der Erreger der Infektion ist das Bakterium „Streptococcus equi ssp. equi“, das auf verunreinigten Gegenständen wie Futtertrögen, Tränken oder sogar Zaumzeug lauert. Eine Ansteckung erfolgt durch direkten Kontakt mit Maul- oder Nasenbereich des Pferdes und auch der Mensch kann den Erreger durch bloßes Streicheln bzw. Anfassen von einem Pferd zum nächsten weiter tragen.
Über das Blut und die Lymphe verbreitet sich der Erreger im Organismus und nach drei bis vierzehn Tagen Inkubationszeit zeigen sich dann die ersten Symptome.
Die Schleimhäute der Atmungsorgane entzünden sich und aus den Nüstern des betroffenen Pferdes läuft schleimig-eitriger Ausfluss. Dazu kommen Husten und hohes Fieber. Häufig ist auch eine Vereiterung der Kopflymphknoten, der Unterkieferlymphknoten und/oder der Kehlganglymphknoten zu beobachten. Sind letztere Lymphknoten betroffen, kann sich die Erkrankung auf den Luftsack ausweiten, die große, blasenförmige Erweiterung der Ohrtrompete, die bei Pferden wahrscheinlich als eine Art „Gehirnkühler“ fungiert, der dann ebenfalls vereitert. Wird auch die Lunge angegriffen, kann sich eine Lungenentzündung entwickeln. Sollte es zu einer Streuung kommen, bilden sich auch Abszesse in anderen Organen wie der Leber, den Nieren, der Milz, dem Gehirn und den Darmlymphknoten.
Wird das Pferd nicht behandelt, endet die Infektion meist tödlich. Wird die Krankheit jedoch rechtzeitig entdeckt, sind die Heilungschancen sehr gut, da es sich um eine bakterielle Erkrankung handelt, die sich leicht mit Antibiotika bekämpfen lässt. Es existiert sogar eine vorbeugende Impfung gegen die Druse. Doch trotz Impfmöglichkeit sollte man es lieber gar nicht erst so weit kommen lassen und immer peinlichst auf Sauberkeit im Stall und beim Zubehör bedacht sein.

Foto: Zwei Jahre altes Shetlandpony mit Druse
AkaEmma in der Wikipedia auf Englisch, Public domain, via Wikimedia Commons



Anzeige