Neuroborreliose

gemeiner Holzbock/Ixodes RicinusDie Neuroborreliose ist eine Form der (Lyme-) Borreliose und wird ebenfalls durch den Holzbock (Zecke) übertragen und vom selben Bakterium, dem „Borrelia burgdorferi“ ausgelöst. Da die Borreliose verschiedene Organsysteme betreffen kann, unterscheidet man für den Fall, daß das zentrale, sowie das periphere Nervensystem betroffen ist, zwischen Neuroborreliose (Neuro = Nerv) und der „normalen“ Borreliose.
Pferde werden des öfteren von Zecken gebissen. Ganz besonders die, die das Privileg haben, regelmäßig eine saftige Weide abzugrasen. Trotzdem ist ein Ausbruch der Krankheit bei Pferden relativ selten zu beobachten.
Wurde ein Pferd durch einen Zeckenbiß mit dem Borrelia Bakterium infiziert, weist eine Vielfalt von Symptomen auf einen möglichen Ausbruch der Krankheit hin, denn ein typisches Krankheitsbild gibt es nicht.
Erkrankte Pferde reagieren mit leicht erhöhter Temperatur, Hautveränderungen an der Einstichstelle der Zecke („Wanderröte“), wobei Hautveränderungen unter dem Fell nur schwer zu erkennen sind, Steifheit und Lahmheit in mehr als einer Gliedmaße, Muskelschmerzen, Überempfindlichkeit, Schläfrigkeit, Herzerkrankungen, Verhaltensänderungen, Ataxie, Augenentzündungen, geschwollene Lymphknoten und Appetitlosigkeit.
Die Symptome treten natürlich nicht alle gleichzeitig auf und es kann vorkommen, daß ein Pferd gar keine erkennbaren Symptome zeigt. Ein Großteil der Pferde bildet sogar Antikörper gegen die Borrelien, ohne irgendwelche Symptome zu zeigen und warum einzelne Pferde trotzdem erkranken und die meisten aber nicht, ist bis heute noch nicht geklärt. Wird ein frisch infiziertes Pferd sofort und konsequent mit Antibiotika behandelt, stehen die Heilungschancen gut.
Hat eine Zecke den Weg auf den Pferdekörper gefunden, braucht sie manchmal bis zu einer Stunde, um sich festzubeißen. Ist der Parasit zu allem Überfluß tatsächlich Träger des Bakteriums, dauert es nochmal zwischen 24 und 48 Stunden, um das Bakterium auf das Pferd zu übertragen. Die Chancen stehen also ganz gut, den winzigen Blutsauger vorher zu finden und zu entfernen, bevor es zu einer Ansteckung mit dem Borreliose-Bakterium kommen kann.
Der Mensch kann vorbeugend eingreifen, indem er sein Pferd nach jedem Weidegang gründlich absucht und noch herumwandernde Zecken abwischt und schon fest sitzende Zecken mit einer Zeckenzange entfernt. Beliebte Stellen, an denen sich die lästigen Parasiten gerne tummeln, sind warme Hautstellen mit wenig bis gar keinem Fell, wie zwischen den Pobacken und unter der Schweifrübe. Zwischen den Schenkeln und an Schlauch, bzw. Euter wird man auch oft fündig.
Prophyaktisch und zur aktiven Immunisierung kann man sein Pferd neuerdings jetzt auch gegen Borreliose impfen lassen. Im Abstand von 2 bis 3 Wochen werden zwei Dosen verabreicht. Zum Auffrischen reicht eine Dosis jährlich. Etwa einen Monat nach der Grundimmunisierung kann man mit einem wirksamen Schutz rechnen. Man sollte also ca. zwei Monate vor der Weidesaison mit dem Impfen beginnen, wenn man sich dafür entscheidet.

Foto: Gemeiner Holzbock (Ixodes ricinus) Holger Krisp, CC BY 3.0, via Wikimedia Commons


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