Shire Horse

Kurzbeschreibung

Shire Horse Alternativname: Gentle Giant, Great Horse, Sanfter Riese
Art: schweres Kaltblut
Typ: Schlachtroß
Ursprung: Großbritannien, 18. Jahrhundert
Zuchtgebiet: Großbritannien, Deutschland
Verbreitung: Niederlande, Kanada, USA, Südafrika, Australien, Japan, Großbritannien
Stockmaß: Stuten mindestens 163 cm, Hengste mindestens 168 cm, Durchschnitt: 178 cm
Gewicht: 800 bis 1000 kg

Farben: Braun, besonders Dunkelbraun, Rappen, Schimmel, selten Füchse, jeweils mit stark ausgeprägten Abzeichen an Kopf und Beinen und minimaler Sabinozeichnung (weiße Flecken im Bauchbereich, die allerdings zuchttechnisch nur bei Stuten erlaubt sind)

Einsatzgebiet: Landwirtschaftliche Arbeiten, Zug- und Kutschpferd, Reit- und Showpferd

Exterieur: Mit einem durchschnittlichen Stockmaß von 178 cm ist das wuchtige Kaltblut die größte Pferderasse der Welt. Einzelne Exemplare können bis zu zwei Meter groß werden und bis zu 1.500 Kilo wiegen. Shire Horses sind Spätentwickler. Sie wachsen zwar schnell, aber ihre Knochen, Knorpel und Gelenke sind erst spät richtig miteinander verwachsen, weswegen die Pferde erst mit etwa vier Jahren auf die Arbeit vorbereitet werden dürfen.
Kopf: schlanker und langer Ramskopf
Hals: leicht gebogen und gut aufgesetzt mit dicker und langer Mähne
Schulter: schräg und tief
Wiederrist: lang
Rumpf: 180 bis 240 Zentimeter Brustumfang erwünscht und gut gewölbter Rippenbogen
Rücken: kurz, kräftig und gut bemuskelt
Kruppe: rund und schräg abfallend
Gliedmaßen: harmonische Stellung, klare Gelenke, muskulöse Vor- und Hinterhand mit üppigem, seidigem und reinweißem Kötenbehang
Hufe: groß und rund, bedeckt vom üppigen Kötenbehang

Interieur: Die „Sanften Riesen“ unter den Kaltblütern gelten als lernfähig und nervenstark und besitzen einen sanftmütigen Charakter. Sie sind umgängliche, freundliche, menschenbezogene und verlässliche Pferde.

Rassebedingte Besonderheiten: keine Angaben

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Zuchtgeschichte:

In Großbritannien kannte man bereits vor dem 11. Jahrhundert schwere Kaltblüter. Wilhelm der Eroberer, der von 1066 bis 1087 neben der Normandie auch das Königreich England regierte, führte zusätzlich große und robuste Pferde ein, die seinen Rittern als Schlachtroß dienen sollten und die man auch als Arbeits- und Zugpferd einsetzen konnte. Ab dem 12. Jahrhundert ging man dann kurzzeitig dazu über, schwere Hengste aus Holland und Flandern zu importieren, um sie mit den Stuten des eigenen Bestandes zu kreuzen. Davon versprach man sich noch mehr Größe und Stärke bei den Nachkommen. Ab dem Jahr 1328 führte man dann die Zucht ohne den Einfluß von anderen Rassen fort und ließ nur noch die schwersten und größten Pferde im eigenen Bestand zur Zucht zu. Ab dem Jahr 1530, während der Regierungszeit Heinrichs des VIII. , wurde zum ersten Mal ein eigenes Gestüt für die sogenannten „Great Horses“ gegründet, die bis dahin noch keinen eigenen Namen hatten. Den bekam die Rasse dann in Anlehnung der Namen ihrer Zuchtgebiete, wie zum Beispiel der Grafschaft „Lincolshire“. So bekamen die sanften Riesen den kurzen und bündigen Namen „Shire“. Ende des 18. Jahrhunderts wurde dann zum ersten Mal ein Shire Horse mit komplettem Stammbaum in das Stutbuch eingetragen. 1878 wurde die „Cart Horse Society“ gegründet. Der Zuchtverband besteht heute noch, wurde nur zwischenzeitlich in „Shire Horse Society“ umbenannt.
Zwei Weltkriege und die Industrialisierung ließen den Bestand, wie bei so vielen anderen Pferderassen auch in kurzer Zeit enorm schrumpfen, bis in den 1960 Jahren, als der Untergang der Rasse fast schon besiegelt schien, einige engagierte ländliche Züchter und Brauereien, die das Shire Horse gerne vor ihre schweren Wagen spannten, sich für den Erhalt dieser besonderen Rasse einsetzten. Heute ist das Shire Horse auf Zucht- und Leistungsschauen zu finden und man kennt es aus Werbefilmen einer bekannten amerikanischen Brauerei. Zusätzlich hat es seinen alten Job als Rückepferd in der Forstarbeit zurück bekommen, da es weit weniger Schaden im Waldboden hinterlässt, als moderne Maschinen.



Foto: Farrierpete, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

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